Das Germanenhaus wird wohl von allen Besuchern neidlos als das schönste Corpshaus Münchens anerkannt. Sein Architekt, Gabriel von Seidl, selbst Germane, zählt zu den bedeutendsten Baumeistern der Jahrhundertwende. Das Lenbachhaus, die alte Feuerwache und das Nationalmuseum zeugen von seiner Schaffenskraft.

Anders als die meisten Verbindungshäuser wurde das Germanenhaus ausschließlich als Corpshaus gebaut, entsprechend repräsentativ sind seine Innenräume. Über eine mächtige Freitreppe gelangt der Besucher in eine Säulenhalle und weiter in die Bibliothek. Eine Etage höher liegen der prächtig dekorierte Kneipsaal und das in dunklem Holz getäfelte Besprechungszimmer der Alten Herren. Krönenden Abschluß bildet in der obersten Etage der über 9 Meter hohe und von Kristallleuchtern beleuchtete Ballsaal mit vorgelagertem Balkon, in dem bis zu 200 Personen eine rauschende Ballnacht feiern können. Die eher funktionalen Bereiche, der Paukboden, das Archiv und nicht zuletzt ein umfangreicher Weinkeller, liegen in den Untergeschossen.

Nur durch großes Glück blieb das Corpshaus vom Krieg verschont, lediglich das Dach brannte ab. In der NS-Zeit enteignet fiel es nach dem Krieg in beschädigtem Zustand in die Hände des Bayerischen Rundfunks, der leider große Teile des Innenausbaus zerstörte.mErst im Klagewege gelang die Rückübertragung an das Corps, so daß das Haus in den Jahren 1959-1960 in mühevoller Kleinarbeit von unserem Cbr. Architekt Hans Kühn renoviert werden konnte. Die feierliche Wiedereinweihung fand in Anwesenheit von über 300 Gästen aus Politik und Gesellschaft am 16. Juli 1960 statt. Eine weitere Renovierung erfolgte schließlich in den Jahren 1983-1984, in denen unser Cbr. Architekt Friedrich Kühn das Corpshaus auf seinen heutigen Stand brachte.

Im Jahr 2008 wurde das Corpshaus 100 Jahre alt. Im besten Zustand steht es seinen Bewohnern und Besuchern auch heute noch zur Verfügung. Wir Germanen sind stolz auf unser Haus, verkörpert es doch unseren hohen Anspruch an uns und unsere Umgebung. Ein Besuch lohnt sich - Sie sind herzlich willkommen.